Philosophie

Themen des Philosophie-Unterrichts:

  1. Semester (Q1): Was soll ich tun?        Ethik und praktische Philosophie
  2. Semester (Q2): Was ist der Mensch?Anthropologie, politische  Philosophie, Kultur und Geschichte
  3. Semester (Q3): Was kann ich wissen? Erkenntnistheorie, Sprache, Wissenschaft und Logik
  4. Semester (Q4): Was darf ich hoffen?  Metaphysik, Ontologie und Existenzphilosophie

Philosophie wird am Grauen Kloster im 11. und 12. Schuljahr (Oberstufe) als Wahlfach im Grundkurs angeboten. 

Philosophie kann im Abitur als dritte, vierte oder fünfte Prüfungskomponente gewählt werden.

Liebe Interessierte, liebe
Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen,

am Grauen Kloster gibt es die Möglichkeit, in der Oberstufe Philosophie als zusätzliches Fach zu belegen. Was macht den Philosophie-Unterricht aus? Wie wird er erlebt? Welche Möglichkeiten eröffnet er?

Die Schüler*innen des Grundkurses Philosophie in Jahrgangsstufe 12 schildern Ihnen auf dieser Seite einmal ihre ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen, um Ihnen einen kleinen – in seiner jeweiligen Individualität aber hoffentlich auch repräsentativen – Einblick in das Fach zu vermitteln! 

 

Freie Gesprächsatmosphäre und Einüben einer inhaltlich kritischen, persönlich wertschätzenden Diskussionskultur

„Mich persönlich spricht am Philosophie-Unterricht besonders an, dass man oft miteinander diskutiert, sich über verschiedene Meinungen und Kritiken austauscht und stets im offenen Gespräch miteinander steht. Zudem hat der Unterricht eine angenehme und entspannte Atmosphäre. Auch wird im Unterricht zum Teil über sehr aktuelle Themen gesprochen, die den Unterricht umso interessanter machen.“

„Am Philosophie-Unterricht gefällt mir rein von der Form am besten, dass er sich so komplett von den anderen Schulfächern abhebt. Ich finde grade in der Oberstufe ist es unglaublich befreiend, wenn man sich im Unterricht freier austauschen kann und als gesamter Kurs ein Klassengespräch über ein bestimmtes Thema führen kann. Gerade bei ethisch aktuellen Themen wie Sterbehilfe und Abtreibung finde ich es so wichtig, dass man sich als Kurs über die durchaus auch verschiedenen Meinungen seiner Mitschüler austauschen und darüber debattieren kann.“

Nachdenken über ethische Grundfragen menschlichen Zusammenlebens

„Einige Diskussionen zur ethischen Philosophie haben bleibende Spuren bei mir hinterlassen. Wir haben nach ausgiebiger Beschäftigung mit Themen wie Abtreibung, Sterbehilfe etc. darüber diskutiert und manchmal habe ich dadurch erst eine Meinung zu den Themen bekommen oder sie nochmal gründlich überdacht.“

„Ich fand besonders das Ethik-Semester wichtig und bereichernd. Man hat auf jeden Fall etwas für sein Leben mitgenommen.“

Gemeinsames Verstehen von philosophischen Texten und Positionen

„Im Unterricht lesen wir meistens Texte zu philosophischen Problemen, über die wir dann, nachdem Verständnisfragen geklärt wurden, als Kurs diskutieren. Dabei findet die Diskussion offen zwischen den Schüler*innen statt und jeder hat die Chance, seine Meinung und sein Verständnis der Frage mitzuteilen.“

Kennenlernenen historischer Standpunkte und persönliche Auseinandersetzung mit humanistischer Tradition

„Im Rahmen des Philosophie-Unterrichtes haben wir uns mit unterschiedlichen Theorien der politischen Philosophie auseinandergesetzt. Unter anderem haben wir einen Text von Karl Marx gelesen, in dem er die Entfremdung der Arbeiterin/des Arbeiters von ihrer/seiner Arbeit, von sich selbst und von anderen Arbeiterinnen und Arbeitern thematisiert. Obwohl es etwas gedauert hat, bis ich den Text vollständig verstanden hatte, hat sich die Anstrengung gelohnt. Plötzlich fand ich in diesem über 100 Jahre alten Textauszug eine Situation, in der ich mich vielleicht einmal selber finden werde. Bis jetzt musste ich noch keinen Tag meines Lebens Lohnarbeit leisten, aber dieser kurze Text aus dem Philosophie-Unterricht hat mich mit meiner eigenen möglichen Zukunft und der realen Situation vieler, vieler Menschen konfrontiert.“  

Konkurrierende Sinnsysteme und Deutungsmöglichkeiten erfahren und akzeptieren

„Was mich überrascht und interessiert hat, war, dass selbst innerhalb der Philosophie viele Philosophen sich mit ihren Theorien widersprechen und zum Teil sogar ganze Themengebiete wie die Ethik beispielsweise als unnötig erachten. Dahinter scheint doch eine Art Diskrepanz zu stehen, weil der „Sinn“ doch nur eine Frage seiner Interpretationsmöglichkeiten ist. Somit würde jede Interpretationsmöglichkeit einen weiterbringenn können. Also müsste dieser Widerspruch gar nicht existieren, da jede Position einen im Bezug auf bestimmte Aspekte weiterbringen kann. Daraus entsteht eben diese Diskrepanz, nach der bestimmte Positionen ausgeschlossen oder eingeschränkt werden, obwohl eben diese die Lösung des Problems näher rücken lassen.“