Latein

Beiträge und Projekte

Emilia hat aus einem Bausatz eine villa rustica gebastelt

Die villa rustica

In Lektion 3 unseres Lehrbuchs Pontes macht die Familie von Aulus und Cornelia einen Ausflug zu ihrem Großvater. Er wohnt auf einem großen Landgut.

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Forum Romanum
Forum Romanum

Salve! Sei gegrüßt!

Willkommen zu einer Zeitreise ins alte Rom. Dorthin führt dich das Fach Latein.

Rom-Latein? Ja, die Sprache der Römer heißt Latein nach der Landschaft Latium, in der Rom liegt.

Wie wohnte und lebte man im alten Rom? Was waren die alten Römer für Leute? Und warum soll man auch heute noch eine so alte Sprache – über 2000 Jahre alt – lernen?

Gleich zu Beginn Deines Lateinunterrichts wirst Du eine römische familia kennenlernen – familia, das ist ein lateinisches Wort und ich bin sicher, Du kannst es gleich übersetzen: Familie, richtig!

Im Folgenden sind alle fettgedruckten Wörter lateinisch, aber Du wirst bestimmt ungefähr verstehen, was damit gemeint ist:
In deinem ersten Lateinjahr wirst du eine familia Romana mit ihren Kindern Aulus und Cornelia begleiten, z.B.

  • in die schola, wo es nicht nur im Unterricht ganz anders zuging als heute,
  • auf das forum Romanum – den quirligen Marktplatz und Mittelpunkt der Hauptstadt,
  • in den Circus Maximus , wo es spannende Wagenrennen gab, auf die die Römer wetteten,
  • in eine villa rustica, wo das Leben auf dem Land und die Begegnung mit Tieren lockte –

familia/Familieschola/Schuleforum/Forumcircus/Zirkusvilla/Villa: Es gibt viele lateinische Wörter, die wir von den Römern übernommen haben, manchmal mehr, manchmal weniger verändert. Die lateinische Groß-und Kleinschreibung ist übrigens ganz ähnlich der englischen: familia/family – aber deutsch: Familie. Nebenbei – auch das Englische enthält eine Menge Latein!

Außer den genannten wirst Du auch noch folgende Orte kennenlernen: thermae, ein theatrum und sogar ein amphitheatrum, wo sich Gladiatoren blutige Kämpfe lieferten …

Man kann tatsächlich sagen, dass Latein die „Mutter“ vieler europäischer Sprachen ist. Ihre „Töchter“ heißen z.B.: Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch – und auch das Deutsche hat viele Wörter lateinischen Ursprungs. Du erkennst es im Folgenden an der kursiven Schrift:

Viele Kolleginnen und Kollegen, die Englisch und Französisch unterrichten, sind froh, dass an der Schule auch Latein unterrichtet wird: Latein liefert ein gutes Fundament für das tiefere Verstehen auch von anderen Sprachen, übrigens auch des Deutschen. Wir gehen im Lateinunterricht der Sprache sozusagen auf den „Grund“ und lernen das Funktionieren einer Sprache besonders „gründlich“.

Im Zentrum des Unterrichts steht nämlich die Beschäftigung mit geschriebenen Texten und das „Entschlüsseln“, Verstehen und dann auch das Übersetzen ins Deutsche. Dabei muss man wie ein Detektiv genau hinsehen, welche Worte wie zusammengehören und welche Vokabelbedeutung am besten passt und wie man das auch noch in ein gutes Deutsch übersetzt.1 Wer später nach dem Abitur an einer Universität Jura oder Medizin studiert, wird in der Mensa essen und nach dem Examen vielleicht noch seinen Doktor machen…

Diese Texte sind interessant für alle, die sich für Menschen interessieren und dafür, wie Menschen früher gelebt und gedacht haben. Ja, die Römer und Römerinnen sind eben zuallererst auch Menschen, wie wir heute. Alle Asterix-Fans wissen das. Aber vieles ist eben auch anders als bei uns: Das herauszufinden kann richtig Spaß machen und führt in jedem Fall zu einem vertieften Verständnis auch unseres Lebens und unserer Welt heute.

Wir sind sehr froh, dass wir seit einigen Jahren mit dem preisgekrönten Lehrbuch Pontes arbeiten können. Es bietet viele Hintergrundinformationen zur Kultur der Römer, Texte, über die zu reden lohnt und viele Extras. Und viele Texte kann man auf verschiedene Personen aufteilen und gut nachsprechen und nachspielen. Auch das lohnt. Lateinische Wörter klingen nämlich schön, weil sie viele Vokale (a, e, i, o, u) haben: video – ich sehe, audio: ich höre. Die Klasse 5b hat als Beispiel den lateinischen Text einer Lektion in verteilten Rollen gelesen. Du kannst Dir das Video ansehen und anhören. Du findest den Beitrag unter dem Titel: Hasen in Gefahr!

Gute Grundlagen brauchen Zeit. Deswegen wirst Du in den ersten drei Lernjahren (Klasse 5-7) fünf Stunden Latein pro Woche haben. Im ersten Jahr ist in einer der fünf Stunden die Klasse sogar geteilt, um gezielter fördern zu können. Eine Übersicht über den Unterricht bis Klasse 10 findest Du hier.2

Latein ist für alle Kinder, die hierherkommen, ein neues Fach. Alle fangen sozusagen „bei null“ an. Viele von unseren Schülerinnen und Schülern haben später gesagt, dass sie das in der fünften Klasse irgendwie klasse fanden.

Und für uns alle an dieser Schule und auch sonst in der Welt gilt:
Errare humanum est – Irren ist menschlich. Und da, lieber Obelix, spinnen die Römer diesmal nicht!

1)
Der Lateinunterricht fordert und fördert das gründliche Lernen und Wiederholen. Der Lateinunterricht fordert, aber fördert eben auch die Genauigkeit im Verstehen von geschriebenen Texten und damit ganz grundsätzlich die Lesefähigkeit. Wenn Du gerne liest, bringst Du gute Voraussetzungen für den Lateinunterricht mit.

2) 
Kl. 5: 5 Std., davon 1 geteilt – Lehrbuch Pontes
Kl. 6: 5 Std. – Lehrbuch Pontes
Kl. 7: 5 Std. – Lehrbuch Pontes
Kl. 8: 4 Std. – Lehrbuch Pontes /Lektüre: z.B Bibel, Fabeln
Kl. 9: 3 Std. – Lektüre: z.B. Nepos/Caesar
Kl.10: 3 Std. – Lektüre: Cicero/Ovid (Erwerb des Latinums bei mindestens ausreichenden Leistungen und damit verbunden die Berechtigung, in der Oberstufe die Möglichkeiten der Altsprachenflexibilisierung wahrzunehmen.)